Schwerkraftmaschine Diode Pressor

  • 08.01.2017
  • Michael Krusch
  • Artikel
  • Schwerkraftmaschine

Teil 2 der Serie über die Kompressions-Modi der Schwerkraftmaschine

Wie der Name vermuten läßt, geht es um Diodenkompression.
Diodenkompression hat zwar keinen so bekannten Namen wie Optokompression, gibt es als Prinzip aber auch schon sehr lange.

Wie Dioden komprimieren

Ausgenutzt wird der Effekt, dass eine Diode nicht nur einen Sperr- und einen Durchlasszustand hat, sondern auch einen kleinen Bereich dazwischen, in der sie sich logarithmisch verhält.

Durch eine Gleichspannung kann der Innenwiderstand der Diode in diesem Bereich geändert werden.
Werden 4 Dioden in einer Brückenschaltung angeordnet, kann man den veränderlichen Widerstand auch als Teil eines Spannungsteilers für Wechselspannungssignale nutzbar machen.
Werden diese Dioden aus dem Steuersignal der Sidechain gespeist, hat man einem Diodenkompressor.

Die gleiche Eigenschaft der Diode wird auch von Moog® in ihrem berühmten Kaskadenfilter ausgenutzt.

Germaniumdioden haben gegenüber Silizium einen weicheren und größeren Übergang zwischen Sperr- und Durchlassbereich.
Für Gleichrichter ist das keine günstige Eigenschaft, für Diodenkompressoren aber schon.

Nachteil ist der wirklich nur für sehr kleine Pegel nutzbare Bereich der Diodenkennlinie.
Ansonsten handelt man sich sehr unschön klingende Verzerrungen ein.
Deshalb muß das Audiosignal vor der Diodenbrücke weit abgesenkt werden und hinterher wieder stark verstärkt werden. Die hohe Verstärkung verstärkt natürlich auch das Rauschen der Dioden mit.

Außerdem müssen die 4 Dioden auf ihre Kennlinien selektiert werden. Jede Abweichung der Dioden untereinander sorgt für Verzerrungen und ein Eindringen des Steuersignals in den Audiosignalweg.

Diode Pressor

Ein bekannter Vertreter des Diodenkompressors ist der Neve® 33609.
Sein Kompressionsverhalten diente als Inspiration für den Mode Diode Pressor der Schwerkraftmaschine.

Der Diode Pressor verfügt über eine Kompressor- und eine Limitersektion.
Die Kompressorsektion verfügt über eine Ratio von 5:1. Diese kann über den Mixregler verringert werden.
Der Limiter verfügt über eine Ratio von 10:1.
Da die Schwerkraftmaschine über nur einen Thresholdregler einzustellen ist, hat sich im Studio ein Abstand von Kompressor- und Limiterthreshold von 3dB als praktisch herausgestellt.
Das Audiosignal wird also zuerst mit max. 5:1 komprimiert, um dann 3dB höher mit 10:1 limitiert zu werden.

Klang

Zuerst kommen bei dem Namen natürlich Drums in den Sinn.
Der Diode Pressor kann eine Drumsubgruppe schön zusammenpressen. Dabei darf der Thresholdregler ruhig im linken Regelbereich stehen und das Meter bis zum linken Anschlag gehen (Vorsicht, Nadel nicht kaputt machen).

Neben Drums kommt eigentlich alles in Frage, was man schön kompakt zusammenpacken möchte. Rockige Mixe, In-your-face-Vocals, knackige Bässe, punchige E-Gitarren...ich denke, man kann aus der Beschreibung eine Richtung erkennen.
Und oben drauf alles noch mit dem Röhrengrundsound der Schwerkraftmaschine versehen.

Ausprobieren lohnt sich.


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